Natürliche Leckereien direkt vor der Haustür
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Wildkräuter für Vögel

Wer seinen Ziervögeln etwas Gutes tun möchte, muss nicht immer in die Zoohandlung fahren oder aufwendige Rezepte ausprobieren. Die Natur selbst hält eine beeindruckende Auswahl an gesunden Leckereien bereit, die Wellensittiche, Kanarienvögel, Nymphensittiche und viele weitere Arten begeistern. Wildkräuter für Vögel sind eine der wertvollsten, natürlichsten und gleichzeitig günstigsten Ergänzungen, die du deinen gefiederten Mitbewohnern anbieten kannst. Und das Beste daran: Viele dieser Pflanzen wachsen direkt vor deiner Haustür.

Warum Wildkräuter für Vögel so wertvoll sind

In der freien Wildbahn ernähren sich Vögel von einer breiten Palette natürlicher Nahrungsquellen – darunter Samen, Früchte, Insekten und eben auch Wildpflanzen sowie Kräuter. In der Vogelhaltung zu Hause hingegen besteht die Ernährung häufig hauptsächlich aus Körnermischungen. Diese liefern zwar wichtige Nährstoffe, decken jedoch nicht den gesamten Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen ab. Genau hier kommen Wildkräuter für Vögel ins Spiel: Sie sind reich an Vitaminen wie A, C und K, enthalten wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium und Eisen und liefern wichtige Ballaststoffe, die die Verdauung fördern.

Darüber hinaus bietet das Angebot von frischen Kräutern einen weiteren entscheidenden Vorteil: Es stimuliert die natürlichen Instinkte der Tiere. Vögel, die frische Pflanzen erkunden, knabbern, auseinanderzupfen und nach Samen oder Insekten absuchen können, sind deutlich beschäftigter und ausgeglichener. Frischfutter ist also nicht nur ein Nährstoff-Boost, sondern auch eine wertvolle Form der Beschäftigung und mentalen Stimulation.

Die besten Wildkräuter für Ziervögel im Überblick

Nicht jede Pflanze ist für Vögel geeignet, und gerade beim Sammeln in der Natur ist Vorsicht geboten. Doch es gibt eine ganze Reihe von Wildkräutern, die Ziervögel problemlos fressen können und die ihnen echten Mehrwert bieten. Zu den beliebtesten und gleichzeitig sichersten Vertretern gehören Löwenzahn, Vogelmiere, Spitzwegerich, Giersch, Hirtentäschel und Schafgarbe.

Löwenzahn ist wohl das bekannteste und verbreitetste Wildkraut überhaupt. Nahezu alle Teile der Pflanze – Blätter, Blüten und Stängel – sind für Vögel geeignet und werden von vielen Arten sehr gerne gefressen. Löwenzahn enthält viel Vitamin C, Kalium und Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Auch die flauschigen Samenstände sind für Wellensittiche und Co. ein echter Gaumenschmaus.

Die Vogelmiere – ihr Name ist dabei kaum ein Zufall – ist eine der begehrtesten Wildpflanzen unter Vogelhaltern. Sie ist mild im Geschmack, zart in der Textur und enthält viele Vitamine sowie Mineralstoffe. Besonders Kanarienvögel sind wahre Fans dieser kleinen, unscheinbaren Pflanze. Vogelmiere wächst häufig als Unkraut in Gärten und ist damit leicht zu finden und zu sammeln.

Spitzwegerich ist ebenfalls ein hervorragendes Wildkraut für Ziervögel. Seine Blätter enthalten entzündungshemmende Substanzen, Schleimstoffe und Gerbstoffe, die besonders wohltuend auf die Schleimhäute wirken können. Gerade bei Vögeln, die gelegentlich an leichten Atemwegsproblemen leiden, gilt Spitzwegerich als traditionelles Hausmittel der Vogelwelt.

Wer einen Garten sein Eigen nennt, kämpft oft gegen Giersch an – dabei ist dieses als Unkraut verschriene Kraut ein echtes Superfood für Vögel. Giersch enthält viel Vitamin C, Kalzium und Magnesium und wird von vielen Ziervögeln gerne angenommen. Ähnliches gilt für das Hirtentäschel, das ebenfalls reich an wertvollen Inhaltsstoffen ist und nahezu das ganze Jahr über zu finden ist.

Wildkräuter für Vögel sicher sammeln und anbieten

So verlockend es ist, einfach auf der nächsten Wiese zu pflücken – beim Sammeln von Wildkräutern für Vögel sind einige wichtige Punkte zu beachten. Sammle Kräuter ausschließlich an Standorten, die weit entfernt von stark befahrenen Straßen, Industriegebieten und landwirtschaftlichen Flächen liegen, auf denen Pestizide oder Düngemittel eingesetzt werden könnten. Schadstoff- und pestizidfreie Kräuter sind das A und O, denn was für uns Menschen schon belastend sein kann, ist für die kleinen Körper von Ziervögeln besonders gefährlich.

Nach dem Sammeln solltest du die Kräuter gründlich unter fließendem Wasser waschen und anschließend gut abtropfen lassen, bevor du sie anbietest. Nasse Kräuter können bei empfindlichen Vögeln zu Magenproblemen führen, daher ist das Abtropfen wichtig. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann Kräuter auch selbst auf dem Balkon oder der Fensterbank anbauen – Kräuter-Anzuchtsets oder Anzuchttöpfe machen es einfach, ein kleines Kräutergärtchen zu etablieren, das vollständig unter eigener Kontrolle ist und damit frei von unbekannten Belastungen bleibt.

Zum Anbieten eignen sich Vogelfutterhalter für Frischfutter oder kleine Schälchen, die gut in der Voliere oder im Käfig befestigt werden können. Es hat sich bewährt, die Kräuter in Büscheln anzubieten, also möglichst so, wie sie auch in der Natur vorkommen würden. Viele Vögel mögen es, die Pflanze selbst zu erkunden, Blätter abzureißen und Stängel zu beknabbern. Das ist nicht nur nahrhaft, sondern macht ihnen sichtlich Freude.

Welche Wildkräuter sind für Vögel giftig?

So viele sichere Kräuter es gibt, so wichtig ist es, auch die Schattenseite zu kennen. Einige Wildpflanzen sind für Vögel hochgiftig und dürfen unter keinen Umständen angeboten werden. Dazu gehören unter anderem Fingerhut, Eisenhut, Schöllkraut, Hahnenfuß und alle Teile der Nachtschattengewächse wie Tollkirsche oder Bilsenkraut. Auch Efeu, Mistel und Goldregen sind für Vögel gefährlich. Im Zweifelsfall gilt: Lieber weglassen und im Vorfeld genau recherchieren, bevor eine unbekannte Pflanze angeboten wird.

Wer sich bei der Bestimmung von Wildpflanzen unsicher ist, sollte unbedingt auf geprüfte Quellen zurückgreifen oder eine Wildpflanzen-Bestimmungsbuch zur Hilfe nehmen. Gerade Anfänger unterschätzen oft, wie ähnlich sich manche essbaren und giftigen Pflanzen sehen können.

Wildkräuter als Teil einer ausgewogenen Vogelernährung

Wildkräuter sind ein wertvoller Bestandteil einer abwechslungsreichen und artgerechten Ernährung, ersetzen aber keine vollwertige Körnermischung oder anderes Frischfutter. Kombiniert mit frischem Obst, Gemüse und einer hochwertigen Vogelfutter-Körnermischung bilden sie die Grundlage für eine gesunde und natürliche Vogelernährung. Wie du weiteres Frischfutter richtig zubereitest und welche Obst- und Gemüsesorten besonders empfehlenswert sind, erfährst du in unserem Artikel Gesundes Frischfutter für gefiederte Freunde.

Wenn du außerdem erfahren möchtest, wie du Frischfutter am besten in der Voliere präsentierst und welche praktischen Hilfsmittel dabei nützlich sind, lohnt sich ein Blick auf unseren Beitrag Gesunde Vogelsnacks richtig zubereiten. Dort findest du hilfreiche Tipps rund um Zubereitung, Aufbewahrung und das richtige Angebot von Frischfutter für deine Vögel.

Fang am besten klein an: Biete zunächst ein oder zwei bekannte Kräuter wie Löwenzahn oder Vogelmiere an und beobachte, wie deine Vögel reagieren. Mit etwas Geduld wirst du schnell herausfinden, welche Wildkräuter deine gefiederten Lieblinge am meisten begeistern – und hast damit eine einfache, kostengünstige und zutiefst natürliche Möglichkeit gefunden, ihren Speiseplan dauerhaft zu bereichern.

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